Warum lauter nicht gleich besser ist

Eines der ersten Anzeichen für einen beginnenden Hörverlust ist, dass Betroffene den Fernseher immer lauter stellen. Doch oftmals hilft das nicht. Denn die erhöhte Lautstärke bedingt nicht unbedingt ein besseres Verständnis. „Das liegt daran, dass die Wahrnehmung von Tönen von zwei Faktoren abhängt: zum einen ist es die Lautstärke, zum anderen aber auch die Tonhöhe“, erklärt Gert Espig, Geschäftsführer in Wetzlar. Erst beides zusammen ergibt das, was wir an Geräuschen wahrnehmen können.

Tonhöhe und Lautstärke sind dabei aber keine physikalischen, sondern physiologische Größen. „Das heißt, dass die Wahrnehmung der Töne von jedem einzelnen Menschen und seinem individuellen Empfinden abhängt“, sagt der Akustiker. Aus diesem Grund kann auch nur ein Hörakustiker Menschen mit Hörminderungen wirklich helfen.

„Wenn der Hörverlust beginnt, dann lässt meist das Hören in den hohen Frequenzen nach“, erläutert Gert Espig: „Mehr Lautstärke am TV verbessert die Verständlichkeit nicht. Es dröhnt eher und überlagert die sowieso nicht gut zu hörenden höheren Frequenzen.“ Diese seien für die Deutlichkeit und Verständlichkeit zuständig. Mit einem Hörgerät werden nur die vom Hörverlust betroffenen Bereiche im Ohr verstärkt. „Damit diese – und eben nur diese – wieder möglichst optimal gehört werden können“, erklärt Espig. Wer einfach die Lautstärke immer höher drehe, der riskiere zudem eine weitere Verschlechterung des Gehörs. „Die Sinneszellen im Innenohr, die noch vorhanden sind, werden dauerhaft strapaziert und in Mitleidenschaft gezogen“, betont der Experte. „Sind diese Zellen erst einmal geschädigt, regenerieren sie sich nicht.“

Da ein Hörverlust meist schleichend geschieht, raten die Experten des Verbandes Pro Akustik ein regelmäßiges Hörscreening. Diese Hörtests sind meist kostenlos. Das Ergebnis liegt meist schon nach einer Viertel Stunde vor. „Ab dem 50. Lebensjahr kann das Gehör nachlassen“, erklärt der Akustiker. Daher sollte jeder, der die 50 Jahre überschritten hat, einmal im Jahr zum Hörtest. „Wie in anderen Bereichen der körperlichen Gesundheit sollte man auch regelmäßig einen Hörtest machen, eventuell sogar auch schon ab dem 40. oder 50. Lebensjahr“, rät Espig: „Wenn alles ok, dann in Abständen von zwei Jahren, ansonsten jährlich.“

Weitere Informationen erhalten Sie gern bei uns unter (06441) 43 83 8 oder Sie schreiben uns eine Email an espig-wetzlar@proakustik.de. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

Bild: jeshoots/Pexels